Der Zurückgewiesene

Ein zurückgewiesener Stalker hat zuvor mit dem Opfer zusammen gelebt, dies kann z.B. ein ehemaliger Lebenspartner sein. Tatsächlich stammen fast die Hälfte aller Stalker aus dieser Kategorie. Sie versuchen durch ihr aggressives Verhalten, die Aufmerksamkeit des Opfers auf sich zu lenken und erhoffen sich meist, diesen dadurch zurück zu gewinnen. Es ist auch möglich, dass der Stalker starke Eifersuchtsgefühle zu allen Personen des anderen Geschlechts entwickelt, mit welchem das Opfer in Kontakt kommt. Es gibt allerdings auch Fälle, in welchen der Stalker nicht seine Liebe zurückgewinnen, sondern sich rächen will.

Anzeichen dafür, dass Sie einen Stalker haben

Folgende Situationen können ein Anhaltspunkt dafür sein, dass es ein Stalker auf Sie abgesehen hat. Dabei ist zu beachten, dass ein kurzfristiges, umgangsprachliches „Stalken“ nicht zu dem Strafbestand „Nachstellung“ fällt. Stalking im ursprünglichen Sinne dauert über mehrere Monate bis Jahre an.

  • Verfolgung auf dem Heimweg – sowohl im Auto, zu Fuss und in öffentlichen Verkehrsmitteln
  • persönliche Drohungen, aber auch Drohmails und -nachrichten
  • Auflauern des Opfers Zuhause, vor dem Büro oder in der Freizeit
  • Ständige Anrufe und Telefonterror (auch mit Auflegen nach der Annahme)
  • Belästigungen, Verfolgung und Bedrohungen
  • Senden unzähliger ungerechtfertigter Geschenke und Liebesbriefe
  • Spionage des Hauses, Schauen durch die Fenster ins Hausinnere
  • Beschädigung des Eigentums des Opfers, z.B. durch Einbruch
  • Bestellung von Waren auf den Namen des Opfers
  • Nachrichten hinter dem Scheibenwischer etc.
  • Kontrolle der Tätigkeiten in sozialen Netzen; Liken von allen Beiträgen, die das Opfer erstellt

Der Liebe Suchende Stalker

Dieser Typ ist ebenfalls in sein Opfer verliebt. Im Gegensatz zum Zurückgewiesenen kennt ein Stalker dieser Kategorie sein Opfer aber gar nicht. Trotz dieser Tatsache ist er davon überzeugt, dass er das Opfer liebt, mit diesem zusammen sein möchte und er geht sogar davon aus, dass das Opfer auch ihn liebt. Er ist also quasi blind vor Liebe, ohne dass das Opfer davon weiß.03

Der Übergriff Planende

Der wohl gefährlichste Stalker ist jedoch derjenige, der einen Übergriff plant. Dies kann z.B. ein sexueller Missbrauch sein. Der Täter versucht in diesem Fall – häufig unbemerkt – das Verhalten und die Gewohnheiten des Opfers auszuspionieren. So kann er etwa herausfinden, ob das Opfer an bestimmten Tagen zu bestimmten Uhrzeiten alleine in dunklen Gassen unterwegs ist.
Sollte man den Verdacht haben, von einem solchen Typen gestalkt zu werden, sollte man nicht zögern, sich bei der Polizei zu melden. Stalking an sich ist bereits eine Straftat!

Der Rache suchende Stalker

Eine weitere Art des Stalkings ist das Rache suchen. In diesem Fall glaubt der Täter, dass ihm Unrecht geschehen sei und er sieht die Schuld bei dem Opfer. Dieser Typ kann sich auch mit dem Zurückgewiesenen vermischen.
Es ist besondere Vorsicht zu genießen, da je nach Schwere der Vorstellungen des Stalkers das Opfer womöglich in gefäh30rliche Situationen geraten kann, vor allem, wenn es sich alleine mit dem Stalker an einem Ort aufhält.

Zahlen und Fakten

  • Etwa jeder 10. wird in seinem Leben einmal gestalkt
  • >80% der Stalkingopfer sind Frauen
  • >80% der Täter sind männlich
  • In etwa der Hälfte der Fälle handelt es sich um Expartner

Von Stalking spricht man, wenn die Verfolgung über mehrere Monate bis hin zu Jahren anhält bzw. steigert und eine psychische Belastung für das Opfer entsteht. Diese Belastung kann einen langfristigen Schaden auf das Opfer nehmen.

Psychisch kranker Stalker

Charakterliche Eigenschaften von Stalkern

Wenn jemand eine andere Person über einen langen Zeitraum stalkt, wird einem vernünftig denkenden Menschen schnell bewusst, dass der Stalker psychisch nicht in einwandfreier Verfassung sein kann. Tatsächlich ist es so, dass Stalker häufig einen Teil des Realitätssinnes verlieren und als psychisch krank einzuordnen sind. Sie sind oftmals der Auffassung, dass das Opfer Interesse an Ihnen findet oder durch die ständige Präsenz in Ihrem Leben finden wird. Oft haben Stalker ein falsches Selbstwertgefühl und sehen sich sogar selber in der Rolle des Opfers oder wollen Macht ausüben.
Zurückgewiesene Stalker wollen etwa nicht verstehen, dass sie sich ein neues Leben aufbauen müssen und ihren ehemaligen Partner nicht mehr zurück gewinnen werden. Durch eine mögliche soziale Inkompetenz wird ihnen die Kontaktaufnahme noch weiter erschwert und Sie sehen keinen Ausweg aus Ihrer einsamen Lage. Statt sich jedoch jemandem anzuvertrauen, verschlimmern sie durch ihr Verhalten ihre Lage.