Stalking Info

Anzeichen dafür, dass Sie einen Stalker haben

Folgende Situationen können ein Anhaltspunkt dafür sein, dass es ein Stalker auf Sie abgesehen hat. Dabei ist zu beachten, dass ein kurzfristiges, umgangsprachliches „Stalken“ nicht zu dem Strafbestand „Nachstellung“ fällt. Stalking im ursprünglichen Sinne dauert über mehrere Monate bis Jahre an.

  • Verfolgung auf dem Heimweg – sowohl im Auto, zu Fuss und in öffentlichen Verkehrsmitteln
  • persönliche Drohungen, aber auch Drohmails und -nachrichten
  • Auflauern des Opfers Zuhause, vor dem Büro oder in der Freizeit
  • Ständige Anrufe und Telefonterror (auch mit Auflegen nach der Annahme)
  • Belästigungen, Verfolgung und Bedrohungen
  • Senden unzähliger ungerechtfertigter Geschenke und Liebesbriefe
  • Spionage des Hauses, Schauen durch die Fenster ins Hausinnere
  • Beschädigung des Eigentums des Opfers, z.B. durch Einbruch
  • Bestellung von Waren auf den Namen des Opfers
  • Nachrichten hinter dem Scheibenwischer etc.
  • Kontrolle der Tätigkeiten in sozialen Netzen; Liken von allen Beiträgen, die das Opfer erstellt

Folgen durch Stalking

Spätestens wenn man sich mit den Folgen des Stalkings bekannt macht, wird einem bewusst, was ein Stalker alles bei seinem Opfer anrichten kann und weshalb das Nachstellen als Straftat gehandelt wird. Mögliche Folgen sollen hier genannt werden:

  • Angst vor dem Alleine sein
    Denn der Stalker könnte einem in genau dieser Situation auflauern
  • Unsicherheit
    Das Opfer fühlt sich etwa im eigenen Zuhause nicht mehr sicher
  • Panikattacken
  • Schlafstörungen
  • Depressionen
  • Selbstmord
    Wenn das Opfer massiv durch den Stalker in seiner Lebensgestaltung eingeschränkt wird und keinen anderen Ausweg mehr sieht

Zahlen und Fakten

  • Etwa jeder 10. wird in seinem Leben einmal gestalkt
  • >80% der Stalkingopfer sind Frauen
  • >80% der Täter sind männlich
  • In etwa der Hälfte der Fälle handelt es sich um Expartner

Von Stalking spricht man, wenn die Verfolgung über mehrere Monate bis hin zu Jahren anhält bzw. steigert und eine psychische Belastung für das Opfer entsteht. Diese Belastung kann einen langfristigen Schaden auf das Opfer nehmen.

Stalker mit Kamera

Stalking Opfer

Wem schon einmal nachgestellt wurde und deshalb unfreiwillig Erfahrungen mit Stalkern gesammelt hat, kennt diese Gefühle: Man fühlt sich ständig beobachtet und unwohl, traut sich nicht mehr alleine raus zu gehen und wird psychisch terrorisiert. Dabei sind die Opfer schon lange nicht mehr nur in den Kreisen von Prominenten zu finden.

Wenn auch Ihnen bereits nachgestellt worden ist oder sich gar aktuell in dieser Situation befinden, finden Sie hier neben allgemeinen Infos und Ratschlägen auch Anlaufstellen und Rechtsgrundlagen, um Ihrem Stalker zu entgehen.

Hilfe gegen Stalker

Psychischer Terror

Der Begriff „Stalken“ stammt vom Englischen „to stalk“, welches aus der Jägersprache stammt und so viel heißt, wie “ sich anpirschen/ anschleichen“. Der Begriff trifft es ganz gut, denn oft fühlt sich das Opfer überrumpelt, wird womöglich fotografiert und kann sich nicht mehr frei entfalten. Beim Stalking wird eine Einzelperson so sehr verfolgt und belästigt, dass ihre freie Lebensgestaltung eingeschränkt wird. Dabei ist es egal, ob es sich bei dem Stalker um einen ehemaligen Arbeitskollegen, einen Expartner oder eine fremde Person handelt.

Tatsächlich wurde der Tatbestand „Nachstellung“ in Deutschland 2007 in Strafgesetzbuch § 238 eingeführt und im § 112a Strafprozessordnung aufgenommen. Einem Stalker kann somit unter bestimmten Bedingungen in die Untersuchungshaft (Deeskalationshaft) genommen werden.